Ein ganzes Jahr lang feierte Wien seinen Jahrhundert-Architekten. Mit dem Wien Museum, dem MAK und dem Hofmobiliendepot würdigten gleich drei Ausstellungshäuser das umfangreiche Œuvre Otto Wagners, und auch der ORF widmete ihm gebührende Aufmerksamkeit. Was aber blieb vom 100. Todesjahr des großen Baukünstlers? Was nahmen Planungspolitik und -verwaltung, Planungswissenschaft und -praxis daraus mit? Jubiläen wie dieses böten sich geradezu an, nicht nur zurück, sondern auch selbstkritisch auf das Heute zu blicken. Zumal Wagners Schriften, Projekte und Werke durchaus als Maßstab zur Beurteilung des aktuellen Planungs- und Baugeschehens in der Donaumetropole taugen.
von Reinhard Seiß