Seit 40 Jahren verfolgt Architekt Fritz Matzinger sein Modell des nachbarschaftlichen Wohnens in Atriumhäusern. In seinem ersten Haus nahe Linz wohnt und arbeitet er nach wie vor selbst. Bis heute konnte Matzinger mit Beteiligung der Bewohner weitere 20 Siedlungen verwirklichen. Die Grundidee ist dabei immer dieselbe: Meist acht zweigeschoßige Wohnungen umgeben einen überdachbaren Hof, der nicht nur als Erschließung dient, sondern auch als alltägliche Begegnungszone, als Spiel- und Festplatz, als Wohnzimmer der Hausgemeinschaft. Was simpel klingen mag, schafft kommunikationsfördernde und gemeinschaftsstiftende Wohnbauten, die kaum ein anderer österreichischer Architekt so überzeugend realisieren konnte. Nicht zuletzt stehen Matzingers Häuser für die gesellschaftspolitische Dimension des Wohnbaus, die beinahe vergessen scheint.
Reinhard Seiß im Gespräch mit Fritz Matzinger